Der geheimnisvolle Graf Saint Germain – Wundermann Europas oder Scharlatan

Die Legende des Grafen Saint Germain ist eine faszinierende Erzählung, die bis heute Historiker, Esoteriker und Abenteuerlustige gleichermaßen in ihren Bann zieht. Graf Saint Germain, oft als der „Unsterbliche Graf“ bezeichnet, ist eine Gestalt, die so rätselhaft wie legendär ist und deren Leben und Taten von einem Schleier des Geheimnisses umgeben sind. Er soll im 18. Jahrhundert gelebt haben und war bekannt für seine vielfältigen Talente, darunter seine Kenntnisse in Alchemie, Musik, Kunst und seine Fähigkeit, mehrere Sprachen fließend zu sprechen. Seine angebliche Unsterblichkeit, sein umfassendes Wissen und seine Präsenz in den Höfen Europas haben zu zahlreichen Spekulationen und Mythen geführt.

 

Das Leben des Grafen Saint Germain

Das Leben des Grafen Saint Germain ist eine fesselnde Mischung aus historischen Fakten und legendären Erzählungen, die sich über Jahrhunderte erstrecken und bis heute die Fantasie anregen. Seine Geschichte beginnt in Italien, wo er unter einem anderen Namen aufwächst und die Grundlagen des Handwerks und Schmiedens erlernt. Doch das unspektakuläre Leben eines gewöhnlichen Handwerkers sollte nicht sein Schicksal sein. Saint Germain entwickelte schon früh ein tiefes Interesse an den Geheimnissen der Natur und des Universums, was ihn auf eine lebenslange Reise des Lernens und der Entdeckung führte.

Sein Weg führte ihn schließlich an den Hof des Schahs von Persien, wo er sein umfangreiches alchemistisches Wissen erweiterte. Diese Zeit markierte den Beginn seiner Transformation in den legendären Grafen, dessen Fähigkeiten und Kenntnisse weit über das Gewöhnliche hinausgingen. Saint Germain wurde bekannt für seine außergewöhnlichen Talente in Alchemie, Musik, Sprachen, Politik und Kunst. Seine Fähigkeiten in diesen Bereichen waren so bemerkenswert, dass er bald den Ruf eines „Wundermanns“ Europas erlangte.

Der Graf verkehrte in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen und pflegte enge Beziehungen zu verschiedenen europäischen Monarchen und Adligen. Seine geheimnisvolle Aura wurde noch durch Berichte verstärkt, die ihm eine scheinbar zeitlose Existenz zuschrieben – er schien nie zu altern und tauchte in verschiedenen historischen Epochen auf, als wäre er unsterblich.

Saint Germain wurde auch mit esoterischen Praktiken und okkulten Studien in Verbindung gebracht, insbesondere mit der Alchemie. Er behauptete, über das Geheimnis der Herstellung von Gold und vielleicht sogar über das legendäre Lebenselixier zu verfügen, das ewiges Leben versprach. Seine Behauptungen, durch die Zeit reisen und sich unsichtbar machen zu können, fügten seiner Legende nur noch mehr Mysterium hinzu.

Seine Langlebigkeit, die von Zeitgenossen und späteren Berichten oft hervorgehoben wurde, führte zu Spekulationen, dass er tatsächlich den Stein der Weisen gefunden oder ein Lebenselixier erschaffen habe. Selbst gegenüber Friedrich dem Großen soll er Andeutungen über solche außergewöhnlichen Fähigkeiten gemacht haben.

Trotz seiner scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten und seines tiefen Wissens bleibt der Tod des Grafen Saint Germain ein Mysterium, das bis heute nicht gelöst ist. Hatte er wirklich ein Mittel gegen das Altern gefunden, oder war er einfach ein Meister der Illusion und Selbstinszenierung? Die Legende des Grafen Saint Germain lebt in der Spannung zwischen diesen Fragen weiter und fasziniert weiterhin diejenigen, die auf der Suche nach den verborgenen Wahrheiten der Geschichte sind.

 

 

Woher stammte Graf  Saint Germain?

Die Herkunft des Grafen Saint Germain ist ebenso geheimnisumwoben wie sein Leben. Die erste bekannte Erwähnung findet sich bei der Gräfin Georgy im Jahr 1710, die ihn auf fünfundvierzig Jahre schätzte, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens doppelt so alt gewesen sein müsste. Doch die Frage nach seiner wahren Identität bleibt bis heute ein Rätsel. War er der Sohn des entthronten ungarischen Prinzen Franz Rákcóczi II, wie einige Quellen behaupten? Kritiker dieser Theorie spekulieren, er könnte der Nachkomme der Habsburger Königin Maria Anna von Pfalz-Neuburg und eines jüdischen Bankiers aus Madrid sein. Noch andere glauben, er sei eine Reinkarnation historischer Figuren wie Christian Rosencreutz, Hiram Abif und Henoch.

Falls er tatsächlich ein direkter Nachfahre von Franz Rákcóczi II gewesen wäre, würde dies ihn zum erstgeborenen Sohn von Leopold Georg und dessen Frau Charlotte Amalie machen. Inmitten politischer Unruhen und unbekannt bei seiner Mutter, wurde der junge Graf angeblich zur Sicherheit von seinem Vater zu Verwandten nach Florenz geschickt, wo der Name Leopold Georg ins Sterberegister eingetragen wurde.

In seinen frühen Jahren eignete sich der Graf ein breites Spektrum an Fähigkeiten an, von Handwerk und Schmiedekunst bis hin zu tiefgreifendem Wissen in der Alchemie, einschließlich der Heil- und Giftwirkungen von Pflanzen. Seine zahlreichen Reisen führten ihn unter anderem nach Indien, wo er die Kunst der Diamantensynthese erlernte. Der Graf war nicht nur in Adelskreisen eine bekannte Persönlichkeit, sondern auch bei den Freimaurern und Rosenkreuzern hoch angesehen. Zudem gründete er eine eigene Textilfabrik, die fast 100 Arbeiter beschäftigte und seinen Ruf als vielseitig begabten und unternehmerisch denkenden Geist festigte.

Diese vielschichtigen Aspekte seiner Herkunft und seines Wirkens unterstreichen die Komplexität und das Mysterium, das den Grafen Saint Germain umgibt. Seine Geschichte ist ein faszinierendes Gewebe aus historischen Fakten, Legenden und Spekulationen, das bis heute Fragen aufwirft und die Fantasie anregt.

 

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Das Leben des Grafen Saint Germain

Sein richtiger Name war Marktgraf Marquis de Betmar oder auch Aymar der Betmar, dazu soll er über weitere achtzig Pseudonyme gehabt haben. Sein Wissen schloss Geschichte, Geografie und Alchemie ein. Die Gräfin Georgy beschrieb ihn als Mann mit dunklem Harren, etwa um die fünfzig, der überall kostbare Diamanten an sich trug. Seine kristallblauen Augen zogen alle in seinen Bann. An den Königshöfen beeindruckte er mit seinen alchemistischen Fähigkeiten und Jugendelixieren. In den Tagebüchern der Grafen und Gräfinnen seiner Zeit, finden sich Aufzeichnungen, in denen er als außergewöhnlicher und nicht alternder Mann beschrieben wird. Als ihm Madame d‘ Adémahr 1789 begegnete, sah er genauso aus wie 1760. Er war ein großer Philosoph, Diplomat, Heiler, Künstler, Musiker, Geschichtenerzähler und Wissenschaftler. Einige Geschichten erzählte er so gut, als schien, es er hätte sie selbst miterlebt. Zu seinem Wissensspektrum gehörte auch die Geografie.

Der Graf war viel gereist, er war in Ägypten, Persien, Frankreich, Österreich, England, Asien, Afrika, Türkei und Russland unterwegs. Daher sprach er auch mindestens 12 Sprachen so fließend, dass er stets für einen Einheimischen gehalten wurde. Dazu gehörten Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch, Französisch, Italienisch und verschiedene Sprachen des Ostens wie Arabisch und Chinesisch. Demzufolge musste er sich auf über einen längeren Zeitraum dort aufgehalten haben.

Am Hofe des Schahs von Persien, lernte er Edelsteine zu schmelzen und eignete sich sein umfangreiches alchemistisches Wissen an. Auch nach Japan und ganz Europa reiste er, beschrieb Madam d´Adhémar. Besonders gut kannte er sich jedoch mit Heilkräutern und Heilkünsten aus. Vermutlich war es dass, in Kombination mit seinen Essgewohnheiten, das ihn so viel jünger erscheinen ließ. Er hatte Tränke, die er selbst herstellte und Kräuter die sein Leben verlängerten. Auch Madam des Georgy verabreichte Saint Germain so ein Elixier. Man vermutet, dass es auch geheime Atemtechniken des Ostens gewesen sein könnten, die ihn jünger wirken ließen. Damit sah Sie 25 Jahre lang so aus wie mit 25.

Der Graf beherrschte zudem perfekt Piano, Violine, war Dichter, Maler, Kunsthandwerker und Staatsmann. Er gründete seine eigene Geheimgesellschaft und war ein anerkanntes Mitglied der Rosenkreuzer, Freimaurer und der Tempelritter. Sein Buch „Die heiligste Trinosophie“ war eine Mischung aus moderner Sprache und Hieroglyphen. Ludwig XV schätzte die Fähigkeiten des Grafen und stellte ihm im Schloss Chambord ein Laboratorium zur Verfügung. Graf von Koblenz schrieb, dass Saint Germain vor seinen Augen unedle Metalle in Gold oder Juwelen verwandelte. Auch andere Tagebücher des 16. Jahrhunderts berichten von seinen alchemistischen Fähigkeiten an Königshöfen.

Er konnte sogar mit Tieren kommunizieren, Schlangen dazu bringen Musik zu hören und Bienen zu zähmen. Saint Germain war einer der ersten, der die Geheimdiplomatie praktizierte. Es gibt in den Archiven von Frankreich und Holland Beweise, dass er das Vertrauen sämtlicher Staaten genoss und in viele Staatsgeheimnisse Einblick hatte. Er war Premierminister von England, Frankreich und Österreich. Einige hielten ihn für einen Schwindler, gar einen Scharlatan, doch wo man ihn persönlich kannte, hinterließ er einen guten Eindruck. Er half den Armen und zudem waren seine Ziele Wissenschaft und Technologie zu fördern, die Menschheit auf ein größeres Bewusstsein zu bringen und das Entstehen der Mittelklasse zu fördern.

Saint Germain sagte auch den Tod von Marie Antoinette voraus. Zuletzt versuchte er Napoleon zu unterstützen, der seinen Rat jedoch nicht annahm. Er lebte nun zum Großteil in Deutschland und widmete sich mit Prinz von Hessen-Kassel seinem Schüler der Alchemie. Dabei alterte der Graf erstmals, weil ihm die Luft der Substanzen nicht gut bekam. Er soll plötzlich gestorben sein und wurde am 2. März 1784 beerdigt. Es ist zumindest im Kirchenregister von Eckenförde so eingetragen, aber als man seinen Sarg öffnete, war dieser leer. 1785 bei einem Treffen von mehreren Geheimgesellschaften, erschien er in Begleitung des Alchemisten Cagliostro und dem Wiener Arzt Franz Mesmer sowie dem französischen Schriftsteller Louis Claude Saint Martin.

52 Jahre nach seinem Tod erschien er ebenso auf der Beerdigung des Prinzen von Hessen – Kassel und hielt sich längere Zeit in Wien auf. Zwischen 1842 und 1897 wurde er noch einige Male gesehen. Nach genau 85 Jahren beschloss Saint Germain wiederzukommen. Er blieb seinem Wort treu und tauchte Ende des 19. Jahrhunderts wieder auf. Zusammen mit ElMoyra und Kuthami sowie Serapis Bey gründete er die Theosophische Gesellschaft. 1962 diktierte Saint Germain alchemistische Studien und die Trilogie der dreifältigen Lebensflamme.

 

Fazit – Legende des Grafen Saint Germain

Der Graf von Saint Germain war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Er war ein Abenteurer, Geheimagent, Alchemist, Okkultist und Komponist. Um seine Person ranken sich zahlreiche Legenden, die teilweise von ihm selbst geschaffen wurden.

Saint Germains genaue Herkunft und Geburtsdatum sind unbekannt. Er trat erstmals in den 1740er Jahren in London auf, wo er sich als wohlhabender Graf aus dem Osten Europas ausgab. Er sprach mehrere Sprachen, war ein exzellenter Musiker und hatte ein großes Wissen über die Alchemie und die Okkultwissenschaften.

Saint Germain verbrachte sein Leben auf Reisen durch Europa. Er war in den Höfen der europäischen Monarchien zu Gast und genoss die Gunst von Königen und Fürsten. Er soll auch Kontakte zu Geheimgesellschaften wie den Freimaurern und den Illuminaten gehabt haben.

Saint Germain war ein Meister der Manipulation und der Selbstinszenierung. Er pflegte das Geheimnisvolle und ließ sich gerne als geheimnisvoller Fremder aus dem Osten darstellen. Er behauptete, über übernatürliche Fähigkeiten zu verfügen, wie die Unsterblichkeit oder die Fähigkeit, Gold zu transmutieren.

Saint Germains Tod am 27. Februar 1784 in Eckernförde warf weitere Fragen auf. Es gibt keine gesicherten Quellen über seine Todesursache. Einige glauben, dass er vergiftet wurde, andere, dass er einfach verschwunden ist.

Saint Germains Leben ist bis heute Gegenstand von Spekulationen und Mythen. Er ist eine faszinierende Figur, die die Fantasie der Menschen seit Jahrhunderten beflügelt.

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